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Foto: © Alexandra González (Reiter & Pferde)
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Moderne Zeiten
Schön ist das nicht, geht aber schnell.
Der Hengst kommt heute virtuell.
Mit dem Finger auf der Maus
such ich mir das Erbgut aus,
das meine Zucht nach vorne bringt.
Und weil mein Stütchen nicht gern springt,
ansonsten brav ist , aber stur,
wähl ich die Topliste "Dressur"!
Ich klick mich durch. Ich loade down.
Und tags darauf am Gartenzaun
treffen im "Zwei-Stunden-Takt",
gekühlt und styroporverpackt,
die ersten Samenproben ein.
Kein Hengst will hier der Letzte sein.
Drangeklebt und kostenfrei
gibt's Videos und Bilder bei,
wo teure Fohlenproduzenten
so tun, als ob sie traben könnten.
Suberlativberieselung
weckt aus dem Off Begeisterung.
Die Zeitlupe gibt mir den Rest.
Frau Turner singt: "Simply the Best"
Hufe, Schweife, Träume fliegen:
Mein Fohlen soll in Aachen siegen!!!
Das war der Stute leider nie
vergönnt. - Die hatte Ataxie
und vorne einen Sehnenschaden.
Auch ließ sie sich nie gern verladen.
So blieb ihr Einsatz national
beschränkt auf ihren Offenstall.
Da steht sie nun. Sie geht nicht tot.
Sie kriegt "Hartz IV" - sprich Gnadenbrot.
Stutenschau
Man sucht bei solch einem Event
ein Fohlen, das im Trab nicht rennt,
das ohne, dass es zu doll klebt
stolz neben seiner Mutter schwebt,
dort ansatzweise passagiert,
in den Verstärkungen brilliert,
auf leisen Zuruf reagiert,
anmutig, wach - doch konzentriert,
als Typ die Massen fasziniert,
wenn man es im Schritt am Halfter führt,
das im Stehen, wie im Laufen
nur einen Wunsch weckt:
Man will's kaufen !
© G.A. Schulte Quaterkamp
